22.02. – Deutscher Games-Markt: 2011 stabile Entwicklung
Steckt die Games-Branche in der Krise? Eher ncht, zumindest in Deutschland. Denn mit einem Gesamtumsatz von 1,57 Milliarden Euro hat sich der deutsche Markt für Computer- und Videospielsoftware, die per Datenträger oder Download vertrieben wurden, im Jahr 2011 stabil entwickelt. Das hat der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU) heute bekannt gegeben. Basis für die Einschätzung ist eine GfK-Befragung von 25.000 Konsumenten in Deutschland. Mit insgesamt 71,6 Millionen verkauften Spielen wurden laut BIU auch gut ein Prozent mehr abgesetzt als im Jahr zuvor. Der Durchschnittspreis fiel allerdings geringfügig – was freilich die Kunden freuen und indirekt gut für den Absatz sein könnte ...
In Deutschland war laut BIU vor allem der Markt für PC-Spiele sehr stabil, der im Vergleich zu 2010 nochmals um ein Prozent zulegen konnte und auf einen Umsatz von 445 Millionen Euro anstieg. Auch die Spiele für die stationären Konsolen Wii, PlayStation 3 und Xbox 360 konnten bei weltweit gegenläufigem Trend in Deutschland stabile Umsätze in Höhe von 888 Millionen Euro verzeichnen. Das ist durchaus beachtlich, da speziell die Nintendo-Knsole mit der Ankündigung der Wii U bereits de facto ein Auslaufmodell war. Im Vergleich zum Vorjahr stieg zudem der Verkauf von Konsolenspielen um fünf Prozent auf insgesamt 24,5 Millionen verkaufte Spiele. Lediglich die Zahl von Spielen für Handhelds und mobile Endgeräte sank im Jahr 2011 um drei Prozent – angesichts des anfangs mäßigen 3DS-Erfolgs nicht unbedingt verwunderlich.
„Nachdem wir bis zum dritten Quartal 2011 noch einen Umsatzrückgang von 5 Prozent beobachten mussten, freuen wir uns vor allem mit Blick auf die Entwicklung in anderen wichtigen Absatzmärkten, in Deutschland das Jahr 2011 stabil abzuschließen. Im Bereich der Umsätze mit Datenträgern und Downloads liegen wir bei einem leichten Minus von 1 Prozent. Neben einem erfolgreichen Weihnachtsgeschäft hat insbesondere eine bemerkenswerte Zahl verkaufsstarker Titel im letzten Quartal dazu beigetragen, die Attraktivität des Spieleangebots zu steigern und damit für Wachstumsimpulse zu sorgen“, kommentiert Dr. Maximilian Schenk, Geschäftsführer des BIU, die bislang vorliegenden Marktzahlen für das Jahr 2011. „In Kürze erscheinen auch die Zahlen zu den Umsätzen mit Online- und Browser-Games inkl. virtueller Zusatzinhalte, die das Bild des Gesamtmarktes abrunden und auf einen noch besseren Abschluss des Jahres 2011 hoffen lassen.“
Der BIU hat ferner festgehalten, dass der Trend zum digitalen Vertrieb anhält: 2010 wurden noch 24 Prozent aller Games per Download erworben, 2011 waren es bereits 27 Prozent. Dabei sind Umsätze aus Online-Abonnements, Premium-Accounts sowie aus dem Verkauf virtueller Zusatzinhalte noch nicht berücksichtigt, denn Zahlen dazu – und somit zum Gesamtmarkt 2011 – wird der BIU erst Anfang März 2012 veröffentlichen. Jedenfalls erwartet dieser auch ein stabiles Jahr 2012. „So werden beispielsweise die mobilen Spielekonsolen mit der erst vor kurzem gelaunchten Nintendo 3DS und der brandneuen PlayStation VITA für Wachstumsimpulse sorgen“, meint Schenk.